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Partnerschaften für nachhaltige Stadtentwicklung

Interview mit Sandra Müller, Verbindungsbüro der Deutsch-Chinesischen Urbanisierungspartnerschaft in Bonn, Juli 2016

1. Was ist "Ihre" Stadt? Warum? 

Die Stadt, die ich als "meine" bezeichnen würde, ist Bonn. Trotz der überschaubaren Größe gibt es durch die vielen internationalen Organisationen eine große kulturelle Vielfalt. Bonn verfügt zudem über viel Grünfläche und liegt in der Nähe mehrerer Wälder, was den Erholungscharakter der Stadt ausmacht.

2. Was bedeutet "Stadt" für Sie? 
 
Stadt bedeutet für mich neben Diversität, Vielfalt und Abwechslung auch Schnelligkeit, Mobilität und Geschäftigkeit.

3. Was konkret haben Sie zwischen Deutschland und China mit "Stadtmachen" zu tun?

Ich betreue das Verbindungsbüro der Deutsch-Chinesischen Urbanisierungspartnerschaft. Daher stehe ich in ständigem Austausch mit deutschen und chinesischen "Stadtmachern", die sich im Rahmen der Urbanisierungspartnerschaft engagieren. Dazu zählen Regierungs- und Städtevertreter, Städtenetzwerke, internationale Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen, Architekten, etc.

4. Können Sie mehr zur Urbanisierungspartnerschaft sagen? 

Die Deutsch-Chinesische Urbanisierungspartnerschaft wurde zwischen dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und dem chinesischen Ministerium für Bau und städtisch-ländliche Entwicklung (MoHURD) im Rahmen einer im November 2015 in Peking von Ministerin Dr. Barbara Hendricks und Minister Chen Zhenggao unterzeichneten Gemeinsamen Absichtserklärung vereinbart. Für die Umsetzung der Urbanisierungspartnerschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit Juni 2016 im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative vom BMUB beauftragt worden. Die Aktivitäten des Projekts umfassen daher insbesondere den Erfahrungs- und Fachaustausch zwischen beiden Regierungen, zwischen Bürgermeistern und Partnerstädten sowie zwischen Bundesländern und Provinzen zu aktuellen Fragen nachhaltiger Stadtentwicklungspolitik. Der Aufbau von Kapazitäten durch fachliche Aus- und Weiterbildung für deutsche und chinesische Experten (insb. Vertreter aus nationaler und lokaler Regierung, Unternehmen, Wissenschaft und Verbänden) soll einen weiteren Schwerpunkt bilden. Die Themenpalette reicht dabei unter anderem von städtebaulicher Planung und Gestaltung über Umwelt- und Klimaschutz durch kohlenstoffarmes Bauen, Anpassung, erneuerbare Energien in städtischen Gebieten, Ressourceneffizienz, nachhaltige städtische Transportsysteme bis hin zu Finanzierungsinstrumenten, Partizipation und smart cities. Darüber hinaus sind das Projektteam in Peking sowie das Verbindungsbüro in Bonn Anlaufstellen für alle Akteure, die sich im Rahmen der Urbanisierungspartnerschaft in Deutschland und China engagieren.

5. Gibt es bereits Termine oder Aktivitäten, die Sie unseren Stadtmachern mitteilen können?

Wir planen in Zukunft ein Deutsch-Chinesisches Urbanisierungsforum, das für alle Akteure offen ist und den Austausch zwischen China und Deutschland im Stadtentwicklungsbereich auf allen Ebenen weiter intensivieren soll.

6. Werden auf bestimme Städte Schwerpunkte im Programm bilden?

Nein, alle Städte sind herzlich willkommen, sich zu engagieren.

7. Was für Themen wünschen Sie sich im deutsch-chinesischen STADTMACHER-Dialog? 

Neben den wichtigen Bereichen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz würde ich mir insbesondere die Themen Kultur und Identität wünschen.

Der Beitrag gibt die persönliche Meinung der Autorin wieder.

Die Interviewfragen stellte: STADTMACHER-Redaktion

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Sandra Müller betreut seit Juni 2016 für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH das Verbindungsbüro der Deutsch-Chinesischen Urbanisierungspartnerschaft in Bonn im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Zuvor war sie mehrere Jahre Beraterin im BMUB im Bereich Umwelt- und Klimaschutz sowie Energie und Stadtentwicklung in China.

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